Online Usability messen

Habe beim sortieren meiner Mails einen alten Newsletter von Florian Peter von CScout gefunden. Der Newsletter stammt von 2002 da musst man noch richtig erklären warum Usability wichtig ist. Ich fand es so schön, dass ich den Artikel hier nochmal publiziere (das ganze bitte im Context des Jahres 2002 betrachten):

Die Internet Nutzerzahl wächst nach wie vor und Kunden sind zunehmend im Begriff, webbasierte Anwendungen in Ihr tägliches Leben zu integrieren. Dass trotz des nach wie vor wachsenden Marktes Onlineanbieter Probleme haben, Gewinne zu erwirtschaften, liegt unter anderem auch an mangelnder Nutzerfreundlichkeit der Onlineangebote. Eine neue Generation von Tools wird es in Zukunft Unternehmen erleichtern, Usability zu messen und zu verbessern.

Dem „Silent Loss“ begegnen
Zunächst einmal, was hat Usability mit Umsatz zu tun? Ein Beispiel: wenn wir heute eine beliebige Transaktion im Netz beginnen, z.B. eine Fahrkarte kaufen, eine Produktbeschreibung suchen oder ein Buch ordern, haben wir laut einer Studie der NNGroup eine Erfolgschance von ca. 50 – 60%. Mit anderen Worten: 40% des Kundenpotenzials (sprich Umsatz) wird im Durchschnitt durch „kundenunfreundliches“ Design verschenkt. Dieser Verlust ist ein „silent loss“, denn Anbieter bemerken oft nicht, dass ihnen ein großer Teil der Einnahmen entgehen.

Usability Benchmarks in Zukunft wichtiger
Bisher war es sehr schwierig, das Optimierungspotenzial zu bemessen und Usability Performance zu vergleichen. Was wären angemessene Erfolgsquoten für einen Such- oder Bezahl-Prozess? Ist es 70%, 80%, ist 90% das Optimum? Die Antwort können Benchmarks geben: Wenn ein Kaufprozess die durchschnittlichen 60% Erfolgsquote bringt und der Konkurrent Amazon oder Yahoo 80% erreichen, dann liegt das individuelle Optimierungspotenzial bei über 30%! Hinzu kommt, dass der traditionelle Handel Erfolgsquoten über 90% erzielt, also selbst die Besten der Besten im Onlinemarkt hätten noch deutlichen Verbesserungsspielraum.

Neue Tools ermöglichen präzisere Messungen
Bisher stützen sich Usability Spezialisten, u.a. auch mangels Alternativen, meistens auf Labortests mit ca. 8 – 10 Testteilnehmern, um die gravierendsten Usability Probleme zu erkennen und Optimierungsempfehlungen zu geben. Labortests können allerdings mangels Teilnehmerzahl keine vergleichbare Leistungsmessung liefern. Diese methodische Lücke schließt sich gerade durch neuere Verfahren wie Online Usability Panels und spezielle Tracking Tools die Nutzerströme auswerten und visualisieren können.

Die Vorteile:
Möglichkeit der Ermittlung von Erfolgsquoten
– Benchmarks mit direkten Mitbewerbern
– Statistisch fundierte Usability Daten können Investitionsentscheidungen besser rechtfertigen
– Mausklick- und Clickstream Visualisierungen helfen das Kundenverhalten besser zu verstehen
– Panels liefern eine Kombination von reichhaltigem qualitativem Feedback sowie strukturierten
Informationen wie Kundenzufriedenheit und Präferenzen
– Onlinetests lassen sich schneller und problemlos auch international durchführen.

Die neuen Technologien ermöglichen es nun auch kleineren Sites, das Thema Usability professionell in Angriff zu nehmen. Die gute Nachricht ist, dass jedes Unternehmen über eine wahre Schatztruhe an Umsatzpotenzialen verfügt die man jederzeit heben kann. Usability kostet ca. 10% der Produktentwicklung und endet nicht selten in einer Verdoppelung der jeweiligen Kennzahlen wie Umsatz oder Conversion Rate.

Axel Metayer berichtet seit 10 Jahren über Benutzerfreundlichkeit und Suchmaschinenoptimierung. Er hat über ein jahrzehnt Erfahrung im Aufbau erfolgreicher Webseiten und ist für die Gründung des Autoportals KfzNet bekannt. Er arbeitet als Berater für Onlinemarketing Themen und Vortragsredner in Hamburg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.